Nomen est Omen
Im Namen steckt eine tiefere Bedeutung, sagten schon die Lateiner und hatten damit sicher recht. Denn ein Name ist nicht nur ein Etikett, mit dem man jemanden versieht. Jedes Kind bekommt seinen Namen von den Eltern mit in die Wiege gelegt. Und dabei schwingen auch immer Assoziationen an bekannte Persönlichkeiten oder bestimmte Eigenschaften mit, die auch geschichtliche Hintergründe haben.
Der Name JOSEF ist hebräischen Ursprungs und hat die Bedeutung "Gott möge hinzufügen". In manchen Namenskalendern liest man auch für Josef "Der Vermehrer". Die Beliebtheit des Namens ist vor allem dem neutestamentarischen Vater Jesu und Mann von Maria zuzuschreiben. Erstaunlicherweise setzte seine Verehrung im Volk und damit auch die Verbreitung dieses Taufnamens erst relativ spät ein. Er findet sich erst seit dem 17. Jahrhundert häufiger. In Deutschland verbreitete er sich besonders seit dem 18. Jahrhundert, und am häufigsten war er um die Jahrhundertwende (1899/1900). Dementsprechend stammen viele bedeutende Namensträger aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Heute ist der Name vor allem im Süden Deutschlands und in Österreich beliebt - bei letzterem kein Wunder, hießen doch einige Habsburgerherrscher so.
Die Verbreitung des Namens in ganz Europa führte zu vielen Abwandlungen. In Deutschland kennt man die Kurzformen SEPP, SEPPERL, SEPPELE, PEP(P)I oder JUPP. In England und im englischen Sprachraum erscheint der Name als JOSEPH oder JOSE, die Kurzformen lauten JOE oder JOEY. In Italien erscheint der Name als GUISEPPE; Koseformen sind dort BEPPO, PEPPONE und PEPPINO. Die Spanier sagen JOSÉ und prägten die Koseformen PEPE oder PEPILLO. In Polen taucht der Name als JÓZEF, in Ungarn als JÓSZA, in Rußland als JOSSIF oder OSSIP und in Arabien als JUSSUF oder YUSSUF auf.
HEILIGE
Katholische Heilige sind Der ägyptische JOSEPH, JOSEPH von Nazareth und JOSEPH von Arimathäa.
FEIERTAG
Der Gedenktag des heiligen Joseph von Nazareth und Namenstag für alle, die seinen Namen tragen, ist der 19. März. Er wird nachweislich seit 1621 gefeiert, und war bis 1970 in Bayern ein gesetzlicher Feiertag. Mancherorts wird dieser Ehrentag noch heute höher als ein Geburtstag bewertet.
Ein Brauch der Zimmerleute von Berchtesgaden war die Weihe des sog. "Baumwollbrotes", das aus vier runden, aneinander gebackenen Hefeteig-Brötchen bestand und reichlich mit Rosinen versetzt wurde. Und die Kinder liefen von Haus zu Haus und bekamen Geschenke. Da Joseph als Patron der Keuschheit gilt, waren in Oberbayern aus Teig geflochtene Josephi-Kränze als Symbol der Jungfräulichkeit üblich. Junge Paare trugen "Josephsringe" als Amulette gegen die Versuchung.
Am 1. Mai wird seit einigen Jahrzehnten in der Katholischen Kirche das Fest "Joseph der Arbeiter" gefeiert.
BEDEUTENDE NAMENSTRÄGER
Josef Flavius, jüdischer Geschichtsschreiber, 37/38 - 100 n.Chr.
Joseph II., österreichischer Kaiser, 1741 - 1790
Josef Stalin, sowjetischer Diktator, 1879 - 1953
Joseph Priestley, englischer Pfarrer und Naturwissenschaftler, 1733 - 1804
Joseph-Michel Montgolfier, französischer Erfinder des Heißluftballon, 1740 - 1810
Joseph Haydn, österreichischer Musiker und Komponist, 1732 - 1809
Guiseppe Verdi, italienischer Komponist, 1813 - 1901
José Carreras, spanischer Tenor, geb. 1946
Joseph Beuys, deutscher Avantgardist, 1921 -1986
Joseph Freiherr von Eichendorff, preußischer Regierungsrat und Lyriker, 1788 - 1857
Joseph Roth, österreichischer Journalist und Schriftsteller, 1894 - 1939
Joseph Rudyard Kipling, englischer Journalist und Literat, 1865 - 1936
Joseph Pulitzer, amerikanischer Journalist, 1847 - 1911
Joseph Francis "Buster" Keaton, amerikanischer Stummfilm-Schauspieler, 1895 - 1966
Sepp Herberger, deutscher Fußballtrainer, 1897 - 1977
Josef Neckermann, deutscher Unternehmer und Sportfunktionär, 1912 - 1992
Josef Ratzinger, Papst Benedikt XVI, geb.16.04.1927
WETTER
Der 19. März ist auch ein Lostag für das kommende Wetter: "Ist es zu Josefi klar, wird es ein gesegnet Jahr."