SONNE   und   MOND      

beeinflussen täglich unser Leben auf unterschiedlichste Weise!

 Nächster Vollmond: 24.08.10  -  Nächster Neumond: 08.09.10

 

Forstlicher Mond- und Holzkalender - ohne Kommentar und vor allem ohne Garantie - selber Ausprobieren macht klug!

Verwendungszweck des Holzes

Richtiger Zeitpunkt – allgemein für den Holzeinschlag

Effekte

Waldroden oder Auslichten, Durchforstungen, Pflegemaßnahmen

An den letzten 3 Tagen im Februar; am 03.04., 22.06., 30.07., besonders bei abnehmendem Mond

Abgeholzte Bäume und Sträucher wachsen nicht mehr nach; keine Stockausschläge beim Laubholz

Neupflanzungen, Aufforstungen

Bei zunehmendem Mond am besten im Tierkreiszeichen Jungfrau

Schnelle Bildung neuer Wurzeln, gutes Anwachsen

Bretter und Bauholz

Die ersten 8 Tage nach dem Dezember-Neumond im Tierkreiszeichen Wassermann oder Fische, bei zunehmendem Mond im Zeichen Fische

Holz verzieht sich nicht, trocknet nicht auseinander und behält sein Volumen; kein Befall mit Schädlingen

Möbel- und Werkzeugholz

Neumond im Tierkreiszeichen Skorpion; am 26. Februar bei abnehmendem Mond

Die Stämme sind sofort zu entrinden

Nicht faulendes Holz

Am 01., 07. oder 31. Januar; 01. oder 02. Februar; am 30. oder 31. März bei abnehmendem Mond im Tierkreiszeichen Fische

Holz fault nicht und wird nicht von Schädlingen („Würmern“) befallen

Besonders hartes Holz

Am 01. oder 31. Januar; 01.-02. Februar; sowie warme Sommertage bei zunehmendem Mond

Wird mit zunehmendem Alter steinhart

Feuerbeständiges Holz

Am 1. März, am besten nach Sonnenuntergang; an den letzten 2 Tagen vor März-Neumond; bei Neumond im Tierkreiszeichen Waage; am letzten Tag vor Dezember-Neumond

Holz wird zwar schwarz, aber verbrennt nicht

Schnitzholz

Am 25. März, 29. Juni oder 31. Dezember; an den 3 Tagen vor dem November-Neumond

Holz springt und reißt nicht; allerdings muss der Gipfel noch einige Zeit am Stamm gelassen werden

Schwundfreies Holz

21. Dezember zwischen 11 und 12 Uhr; an Februar-Abenden nach Sonnenuntergang bei abnehmendem Mond; am 27. September bei Mond im Tierkreiszeichen Krebs; monatlich die 3 Tage nach Neumond im Krebs; bei Neumond im Zeichen Waage

Keine Verringerung des Holzvolumens

Brennholz

Die ersten 7 Tage nach dem Oktober-Neumond

Stockausschläge wachsen gut nach

Brücken- und Bootsholz

Bei Neumond im Zeichen Krebs bei abnehmendem Mond in den Tierkreiszeichen Krebs oder Fische

Fault und verrottet nicht; ist trittsicher

Rissfestes Holz (z.B. nach Brand)

Bester Termin am 24. Juni zwischen 11 und 12 Uhr MEZ; in den 3 Tagen vor November-Neumond; 25. März, 29. Juni, 31. Dezember

Holz kann sofort bearbeitet werden

Christbäume

An den 3 Tagen vor dem 11. Vollmond des Jahres (meist im November, manchmal im Dezember) generell bei zunehmendem Mond

Tannen behalten die Nadeln jahre- bis jahrzehntelang; Fichten verlieren ihre Nadeln später als sonst

 

Über die Holzqualität in Abhängigkeit vom Hiebszeitpunkt.

Esoterischer Aberglaube oder lang bewährtes Wissen?

von Verena Sohns

Der Mond - zwar bereits vom Menschen erobert und wissenschaftlich analysiert, ist er immer noch ein Mysterium, was seine Wirkungen auf das irdische Leben betreffen. Nicht nur die Gezeiten Ebbe und Flut, auch Pflanzen, Tiere und Menschen werden durch den natürlichen Satelliten der Erde beeinflusst. Bekannt sind Zusammenhänge zwischen Mondphase und Gewitterhäufigkeit, der Fortpflanzung und dem Wachstum von bestimmten Arten, gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen, wie Mondsüchtigkeit oder Schlafstörungen, starke Operationsblutungen oder die höhere Geburtenzahl bei Vollmond. Die genauen Übergänge zwischen Wissenschaft und Aberglaube sind allerdings nicht immer auszumachen.

Die Lichtphasen des Mondes, insbesondere Vollmond, Halbmond und Neumond, sind für den irdischen Beobachter am deutlichsten auszumachen. Auch für die Forst- und Holzwirtschaft hat die Mondphase bzw. die Mondstellung eine gewisse Bedeutung. Nicht zuletzt die seit längerem kritische Diskussion über Holzschutzmittel und deren gesundheitliche Beeinträchtigungen des Menschen hat bei einigen Produzenten zu einer Rückbesinnung auf die Feststellung geführt, dass Holz auch ohne chemische Behandlung lange seinen Wert erhalten kann. Weiterhin werden mit Holz, welches auf ganz bestimmte Art und Weise gefällt, aufgearbeitet und verbaut wird, auch spezielle Käuferschichten angesprochen, die auf diese Sachverhalte besonderen Wert legen, so dass man hier von einer Marktnische sprechen kann.

Spuren in der Antike

Ein relevanter Aspekt die Holzqualität zu erhalten ist der richtige Fällungszeitpunkt. Richard Stark hat sich in seiner Diplomarbeit (1990, Weihenstephan) intensiv mit historischen Schriften über die Holzqualität in Abhängigkeit vom Einschlagszeitpunkt beschäftigt. Wie er aufzeigen konnte, sind Überlegungen über den richtigen Hiebzeitpunkt wahrlich keine Erfindung der Neuzeit. In der ältesten religiösen Literatur der arischen Inder ("Rigweda", 1000 bis 400 v. Chr.) findet sich bereits das Gebot, Holz zur "richtigen Zeit" zu fällen. Angaben über eine empfohlene Fällzeit der Bäume finden sich auch in der römischen und griechischen Literatur. Neben der Jahreszeit spielt auch die Mondphase eine große Rolle. Die Baumeister der Vergangenheit empfahlen fast durchgängig die Winterfällung und die Phase des abnehmenden Mondes für den Einschlag. Unsere Ahnen waren genaue Naturbeobachter. Plinius (ca. 24-79 n. Chr.) stellte beispielsweise fest, dass "das bei Vollmond oder zunehmenden Mond gefällte Holz für Bauplätze und Werkstätten als ungeeignet erkannt wurde". Als Begründung wird angeführt, dass während des abnehmenden Mondes gefälltes Holz nicht von Fäulnis angegriffen wird.


Bauernregeln und Forstordnungen

Im Calendrium Oeconomicum perpetuum veröffentlicht von Johannes Coleri im Jahre 1592, finden sich im Abschnitt "Genand das Buch von der Holzung" eine große Anzahl von Fällungsregeln, die sich ebenfalls auf die Jahreszeit und die Mondphase beziehen. Beispiel: "Welches Holz gehawen wird von dem Vollmonden an bis auff das letzte viertel, das faulet nicht. Oder: Will man Holz fellen so zur Arbeit soll gebraucht werden und nicht schwinden soll, so mus mans fellen in des Monds fülle". Ähnliche Einschlagsregeln werden von Conrad Herresbach in seinem Werk "Rei rusticae quattuor" aus dem Jahre 1606 aufgeführt. Für das Winterholz und während der abnehmenden Mondphase wird eine geringere Wassermenge im Stamm angenommen. Interessanterweise finden sich derartige Regelungen auch in den alten Forstordnungen, die grundsätzlich die Winterfällung vorschreiben (der "Summerhau" wird sogar teilweise verboten) und die abnehmende Mondphase für Bau- und Zimmererholz empfehlen. So sagt eine alte Forstordnung aus dem Jahre 1606: "Werk- und Bauholz darf erst nach dem 23. Oktober im Zeichen Skorpion und bei abnehmendem Mond bis Ende Februar geschlagen werden. Bei Meidung dieser Anordnung gibt es eine gebührliche Strafe" (zit. nach Hinterseer, 1982). Wie ein roter Faden ziehen sich diese Überlieferungen ebenfalls durch die alten Bauernregeln, während sie sich hier nicht nur auf Holz, sondern auch auf die Saat und Pflanzung von Obst und Gemüse beziehen.

Es wird angeführt, dass bei Vollmond bzw. bei zunehmendem Mond geschlagenes Holz schlecht trockne, schneller faule und eher von Ungeziefer befallen wird. Auch Verfärbungen seien häufiger. Nach den alten Regeln wird mancherorts bis heute, bzw. heute wieder, eingeschlagen. Einige Waldbesitzer und Sägewerker legen besonderen Wert auf den "richtigen" Zeitpunkt für den Hieb. Die Stämme werden bei "kleinem Mond" gefällt und zum Teil nach alter Überlieferung auch erst später aufgearbeitet. Dieses Holz lässt sich zum Teil für einen deutlich höheren Marktpreis absetzen, wenngleich die Nachfrage insgesamt noch eher bescheiden ist.

Hat der Mond also die Kraft, das Wasserregime in Bäumen und anderen Lebewesen zu beeinflussen? Viele verbinden mit Mondholz und Mondbäumen auch nur esoterische Mystizismen. Forstmann Gayer befindet bereits 1863 in seinem Werk über die Forstbenutzung: Der Aberglaube der alten Zeit schrieb auch dem Monde einen Einfluß auf die Dauer des Holzes zu, und zwar in der Art, als sei das, bei abnehmenden Monde geschlagene, dauerhafter, als dass, bei zunehmendem". Auch Weihnachtsbäume sollen nach einer alten Regel "3 Tage vor dem elften Vollmond" gefällt werden, dann behalten sie lange Zeit ihre Nadeln. Hinterseer berichtet, dass es im Schwarzwald früher sogar einen so genannten Mondstempel vom Förster gab, der für die Mondfällung bürgte. Diese Christbäume waren bereits damals teuerer. Forstwissenschaftler der Universität Tharant schrieben allerdings in der Dezemberausgabe 2003 des SPIEGEL, "ein Schuss Spüli in den Ständer, der die Oberflächenspannung des Wassers bricht, so dass dieses leichter in die Zellen eindringen kann, habe nachweisbar mehr Einfluss auf das Nadeln des Weihnachtsbaumes als der Fällzeitpunkt". Eine Reihe anderer wissenschaftlicher Untersuchungen konnten ebenfalls keine praxisrelevanten und reproduzierbaren Unterschiede zwischen Hölzern aus normalem Einschlag und dem Mondholz feststellen. Während die Vorzüge der Winterfällung und bestimmte Vortrocknungsverfahren außer Frage stehen, werden die schwachen Anziehungskräfte des Mondes als Ursache weitgehend ausgeschlossen. Welche anderen Gründe für die in einigen Versuchen nachgewiesene höhere Druckfestigkeit von Neumondholz gegenüber Vollmondholz maßgeblich sind, bleibt vorerst ungeklärt. Sind der Aufwand und höhere Preise für Mondholz also berechtigt?


Internet als Marktforum

Das Mondholz bleibt auf jeden Fall weiter in der Diskussion. Im Internet lassen sich zu diesem Thema Tausende von Einträgen finden. Viele Waldbesitzer, Sägewerke und sogar staatliche Forstämter bieten in ihrem Sortiment Mondphasenholz an. Allerdings zeigt sich, dass in vielen Angeboten unter dem Begriff Mondholz nicht nur der Fällzeitpunkt nach der Mondphase, sondern eine ganze Reihe von Verarbeitungsschritten und Qualitätsmerkmalen zusammengefasst werden, mit denen sich die Anbieter von "konventionellem Holz" absetzen wollen. Beispielsweise handele es sich um Qualitätsbäume aus bestimmten Lagen, an speziellen Tagen und immer talwärts gefällt, natürlich vorgetrocknet, ausgestattet mit natürlicher Resistenz, besonders kontrolliert usw. . Bauherren, die für ihr Eigenheim solch spezielles Holz wünschen, müssen sich also mit einem komplexen Thema beschäftigen. An die alte Tradition halten sich sogar Kirchenväter; so soll aktuell die historische Marktkirche "Zum heiligen Geist" in Clausthal mit Mondphasenholz saniert werden. Die Kirche wurde in der Zeit von 1636 bis 1642 komplett mit Mondphasenholz aus Wäldern des Oberharzes erbaut.

Wenngleich sich auf diesem Wege für einige Waldbesitzer und Sägereien neue Marktnischen ergeben, wird das Mondholz den Holzmarkt sicher nicht im großen Stile beeinflussen. Fehlt es nur an etwas Vertrauen in altes volkstümliches Wissen und (noch) nicht ergründbare Phänomene oder ist gesunde Skepsis angebracht?

Inwieweit der Mond Auswirkungen auf das Wachstum unserer Bäume hat, kann wohl nicht erschöpfend geklärt werden. Doch wie ist der Umgang mit diesem Sondersortiment im Forst und Holzhandel? Was ist Ihre Meinung zu dem Thema, wie sind Ihre Erfahrungen?

zum Diskussionsforum  ==>>>>http://www.kompetenznetz-holz.de/forum/

 

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