Geschichte

Unsere Gegend wurde bereits in der Jungsteinzeit (Chamer Gruppe) besiedelt, was entsprechende Funde um Innerhartsberg, Renfting, Oberdiendorf und am Staffelberg, die bis 5000 v. Chr. datieren, bezeugen.

Möglicherweise nutzten bereits die Kelten vor ca. 4000 Jahren die Graphitvorkommen um Kropfmühl.

Im 7. und 8. Jahrhundert kam es nach dem Rückzug der Römer zur Besiedelung durch die Bajuwaren. Die sog. echten ...ing-Orte, die mit altdeutschen Personennamen gebildet wurden, wie Pisling, Redling, Perling, Stemphing (Stemplingerhof), Renfting, Loifing, Glotzing, Nieder- und Oberkümmering, Berbing, Sickling, Haetting (Hartingerhof) und ein später verödetes Bauzing, entstanden vermutlich bereits zu dieser Zeit.

Um 1000 wurden Ortsnamen auf ...berg und ...dorf üblich; vermehrte Kolonisation und Siedlungstätigkeit nach den Ungarneinfällen.

Ab etwa 1050, allerdings auch noch viel später entstanden die Orte mit der Endung ...reut, wie z.B. Raßreuth, Nieder- und Oberneureuth oder auch Pfaffenreut durch eine erste Rodungswelle.

Namensdeutungen und Gründung: Hauzenberg kann einfach als Haus am Berge gedeutet werden; näher liegt eine Herleitung von dem Personennamen HUZO als Gründer oder aber, ebenfalls naheliegend, die Verbindung zum Edelgeschlecht der Hauzenberger. Eine Sage berichtet von der Gründung durch 3 verirrte Roder (Reuter, später angeblich Reiter) aus Oberneureuth, die einem Gelübde für ihre Errettung entsprang.

1010 Kaiser Heinrich II schenkt dem Kloster Niedernburg den sog. Nordwald zwischen Ilz und Rottel (Land der Abtei).

Die Kolonisierung in unserem Gebiet wurde vor allem durch die Vögte des Klosters, die Grafen von Sulzbach bis 1161, in ihrem Gefolge die Edlen von Griesbach und Wesenberg (Waxenberg) bis 1221, die Watzmannsdorfer, die Hauzenberger, die Paeschinger, die Tannberger,  u.a. vorangetrieben.

1130 erste Erwähnung des Ortes als Huzinberge oder Huzenberge.

1140 - 1160 eine undatierte Aufzeichnung erwähnt die Orte Hungiperge (Hunaberg), Jagerdorf (Jahrdorf) und ein später verödetes vermutlich am Frauenwald gelegenes Goundachirperge (Gundackersberg).

1161 Übertragung der Besitzungen von Kloster Niedernburg an das Bistum Passau (Bestätigung 1193 und 1217).

1253 (andernorts bereits 1163) ist Houzinberge als Filialkirche von Kellberg (Chelichperg) erwähnt. In dieser Urkunde sind auch hiesige Ortsnamen erstmals genannt: Glatzingperge (Glotzing), Haettinge (Hartingerhof), Vursecinge (Fürsetzing), Charheim (Garham), Hungerperge (Hunaberg), Pouzinge (Bauzing), Chalptrage (Kaltrum), Pusilinge (Pisling), Ekke (Eckhof), Jaerdorf (Jahrdorf), Pauzinsperge Petzenberg), Pezenstadl (Penzenstadl), Owa Superior et Inferior (Auhäusl?), Grube (Grub) etc.

1253 eine weitere Urkunde erwähnt hiesige Orte die Zehnten nach Passau zu entrichten hatten:  Stempling, Ruedmanstorf, Germanstorf, Zenolsperg (Innerhartsberg), Prünst (Niederbrünst), Chalosperig (Kollersberg), Hag, Awnpach (Aubach), Stainperg (Steinberg), Udelgersperg (Geiersberg), Paezenstadel, Gukkenberg u.a..

1259 Erwähnung von Lehen zu Wetzeinsdorf (Wotzdorf), Rudmarstorph (Ruhmannsdorf), Chalchohperge (Kollersberg),  Pentzenstadel (Penzenstadl), Germanstorph (Germannsdorf), Chrininge (Krinning) u.a.

1262 Erwähnung von Rehweinsperge (Raßberg) und 1263 von Prunste und Renftingen.

1281 Neuvergabe von verödeten Gütern Gramastorf, Reehweinesreyt (Raßreut) und Udelgersperg (Geiersberg).

Die Besiedlung unseres Gebietes war im wesentlichen abgeschlossen, auch wenn man sich die einzelnen Orte ursprünglich als mehr oder weniger kleine Bauernansiedlungen, Weiler oder Einzelgehöfte vorstellen muss. Einige Ansiedlungen verödeten Ende des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts durch mehrere einsetzende Pestwellen (nach Breuherrs Pfarrchronik 1348), sie wurden jedoch meist bald darauf wieder neu besiedelt.

1342 Abgabe des Zehnten zum Sondersiechenhaus (Oberhoheit Innbruckamt) durch die Pfarrei Kellberg auch für die Filialkirche "Hawtzenperg"

1359 1. Freiheitsbrief des Marktes durch Bischof Gottfried, dabei wird in der Ehaft die "seit langer Zeit" bestehende Pfarrkirche St. Vitus erwähnt.

etwa 1400 - 1525 Hauzenberg untersteht dem Pflegamt Freudensee.

um 1400 Bischof Georg I von Hohenlohe hält sich öfters in Hauzenberg (Schloss Freudensee) auf; er zeichnet hier Urkunden (1404).

1426 Wappenverleihung von König Albrecht II durch Bischof Leonhard von Passau. Der springende Wolf in Silber auf rotem Hintergrund ist eine Umkehrung des Bistumswappens.

1429 Hauzenberg wird selbständige Pfarrei.

um 1467 Bau der spätgotischen Pfarrkirche St. Vitus (als Steinkirche).

1496 Schloss Freudensee wird als baufällig erwähnt.

ab 1525 Hauzenberg wird dem Pflegamt Oberhaus unterstellt.

1527 Apollonia von Heldert verzichtet (nach dem Tod ihres Mannes) zugunsten von Herzog Ernst gegen eine Geldsumme auf das Schloss Freudensee; danach verfällt das Schloss.

1548 Bischof Wolfgang erteilt seinen Fischern in der Pfarrei Hauzenberg eine Fischereiordnung.

1551 als erster Schulmeister erwähnt ist der Bürger Thoman Prandstetter; Schule befand sich damals vermutlich beim Badhaus (Gärtnerei Leeb)

1568 Bestätigung der Marktrechte durch Bischof Wolfgang II und Verlegung des Wochentages (Markttag) auf Dienstag (Erchtag).

1573 Michael Süß erster erwähnter Steinmetz ; 1576 Georg Zinner als Steinmetz und Bürger in Hauzenberg genannt

1576 "Steuerstreik" der Bauern gegen hohe Kriegslasten und Abgaben

1577 Bewilligung eines Gemeindebräuhauses

1589 Genehmigung einer Hammerschmiede am Hammerweiher (heute Freudensee)

1602 erster erwähnter bürgerlicher Marktrichter Hanns Khölbl; höhere Instanz ist das Landgericht Oberhaus

1607 Der Kanzler des Herzogs Leopold erlässt eine Verordnung für die Meister des Weberhandwerks.

1610 Passauer Kriegsvolk bringt Not über Hauzenberg und das Umland.

1649/50 nach Ende des 30-jähr. Krieges werden für Hauzenberg 195 Pesttote angegeben

1680 Bauern beschweren sich über hohe Steuerlasten, Abgaben, Robotleistungen und Wildschäden

1685 Bischof Sebastian bestätigt die Rechte und Freiheiten Hauzenbergs; erstmals werden die Jahrmärkte festgelegt.

1689 und 1693 Fürstbischof Graf von Lamberg befiehlt die Wege zu den umliegenden Steinbrüchen auszubessern; Hintergrund sind die Werksteinlieferungen für das von zwei Stadtbränden verwüstete Passau (insbes. erwähnt ist der Steinbruch Stemplingerhof)

1723 Erbauung des Pfarrhofs durch Parrer Johann G. Schmid

1753 Die Familie Lang stiftet ein Spital für "sieben arme Personen"; Ortslage frühere Brauerei Hirz

1770/71 große Hungersnot und Teuerung nach  Missernten wegen ungewöhnlich ungünstiger Witterung

1786 Hauzenberg wird dem Pflegamt Thyrnau unterstellt

1801 Bürgerwehr wird neu ausgestattet

1803 Nach Aufbebung des Fürstbistums unter Leopold Graf von Thun kommt unser Gebiet vorübergehend unter die Herrschaft des Großherzogs von Toskana in Salzburg

1805 Unser Gebiet kommt zu Bayern - Unterdonaukreis - Landgericht Wegscheid

1805 Betrieb einer Papiermühle in Schmölz durch Martin Keindl (bis 1892)

1806 Franzosenstreitkräfte verursachen Kriegslasten und bedrängen die Bevölkerung; Einrichtung eines Gendarmeriepostens

1807 Ankauf des Marmorbrunnens vom Schneckenwirt in Dommelstadl (Herkunft Schloss Neuburg a. Inn)

1809/10 Einquartierungen und Durchmärsche von Kriegsvolk

1818 Magistratsverfassung laut Verwaltungsordnung

1825 erste bayer. Gebietsreform; die räumliche Festlegung der damaligen Gemeinden (heute Gemarkungen) Oberdiendorf, Wotzdorf und Raßberg wurde vorgenommen

1833 Schulhausneubau und Errichtung einer Zeichenschule

1834 erster Arzt (auch Leichenbeschauer) Dr. Schreiner lässt sich im Markt nieder; bisher nur sog. Chirurgen und Wundärzte, die auch die Baderei ausübten

1838 die damaligen Gemeinden Oberdiendorf, Wotzdorf und Raßberg werden vom Landgericht Wegscheid dem Landgericht Passau zugeordnet.

1840 Großbrand beim heutigen Anwesen Gasthaus Koller, Pfarrhof und Kirche

1846/47 Straßenausbau bzw. -ausbesserungsarbeiten zwischen Hauzenberg und Passau nach Anordnung der Regierung v. Niederbayern wg. großer Transportschwierigkeiten mit Granitlieferungen ("Königssäulen")

1848 - 1851 Erweiterung der Pfarrkirche (neugotisch) und Verlegung des Friedhofes

1853 Errichtung einer Postexpedition (Andreas Osterkorn, Alte Post) mit Poststall und täglicher Kariolpost nach Passau

1854 großer Marktbrand, die meisten Gebäude zwischen Amtshaus und Pfarrhof wurden vernichtet

1862 Gründung einer freiwilligen Feuerwehr in Hauzenberg

1869 großer Brand im oberen Markt

1870 Erneuerung der Wasserleitung und Bau des Requisitenhauses

1875 erstmals industrieller Graphitabbau in der Bessel'schen Grube in Kropfmühle

1877 erste Telegraphenanstalt

1884 Gründung der Wald-Vereinssektionen Hauzenberg und Lichtenau; Errichtung des ersten Staffelberg-Turmes

1886 Errichtung einer Apotheke

1887 Großbrand in Pisling (15 Firste)

1889 Erstellung des neuen Requisitenhauses aus dem Färberhaus, das dann zum Amtshaus (Rathaus) ausgebaut wird; Bau des Mädchenschulhauses

1892 Einweihung des Kreuzweges am Kalvarienberg

1895 Gründung der FFW Oberdiendorf

1900 erste Omnibusfahrten Hauzenberg - Krinning - Wegscheid

1902 Gründung der FFW Wotzdorf

1903 Errichtung eines Ortstelefonnetzes

1904 erste Elektrizitätsversorgung in Hauzenberg

1904/05 Eisenbahn wird eröffnet - Bau einer neuen Wasserversorgung

1908 Ankauf des Bessel'schen Grubenbesitzes durch die Kommanditgesellschaft Anna Langheinrich und 1909 Umbenennung in Graphitwerk Kropfmühl

1913 Neubau einer Knabenschule - Beginn der Pflasterung im Markt

1918 Inbetriebnahme des Militärkraftwerkes Danglmühle zur Versorgung vor allem der umliegenden Graphitgruben mit Kraftstrom

1918 Gründung des TV Hauzenberg

1924 Errichtung des Kriegerdenkmals - Bau eines Polizeigebäudes

1925 Einweihung der Haager Kirche St. Nikolaus

1928 Bau des Kinderheimes

1929 Bau der Turnhalle und des BRK-Kolonnenhauses

1931 Vollendung der Siedlung im oberen Markt (Zeppelinstraße) - Eröffnung des neuen Postamtes

1936 Bau des Kreishauses (später Knopffabrik); Postomnibus verkehrt zwischen Passau - Hauzenberg - Sonnen

1935 - 1938 Bau der Siedlung im unteren Markt (Bräugasse)

1950/51 Bau der "Dreiländereck"-Sprungschanze

1951 Forstdienststelle Hauzenberg entsteht im Rahmen einer staatl. Neuorganisation

nach 1948 Knopf-, Wäsche-, Reißverschluss-, Pelz- und Elektroindustrie entstehen

1957 Errichtung des Kriegerdenkmals im Tränental

1963 Errichtung des Säge- und Furnierwerkes Kusser (Betrieb bis 1987)

1963/64 Bau der VdK-Siedlung Kalvarienberg und Richard-Miller-Straße

1965 Einweihung der Kirche St. Simon in Oberdiendorf; Einweihung des Sportplatzes "Am Sauweiher" und des 1. Skiliftes im Dezember

1966 Ausbau der Kreisstraße von Jahrdorf - Haag - Hundsdorf

1967 Bau der Johann-Riederer-Realschule

1968 Bau des Schulzentrums mit Turnhallen - Grund- und Hauptschule (Rothdauscher- und Wirthensohnschule)

1968 Einweihung des Gipfelkreuzes auf dem Staffelberg

1969 - 72 Bau der Wohngebiete Sauweiher (Böhmerwaldstraße) und Staffelstraße

1971 Aufstellung des Bebauungsplanes Weiherreuth

1972 Errichtung der jetzigen modernen Pfarrkirche St. Vitus unter Pfarrer Zellbeck

1972 Auflösung des Landkreises Wegscheid; Hauzenberg gehört nun zum Landkreis Passau; Gemeindegebietsreform

1972 - 1978 Zusammenlegung der flächenmäßig kleinen Gemeinde Hauzenberg mit den Gemeinden und Wotzdorf (1978) zur Großgemeinde mit ca. 12 000 Einwohnern; Unterzentrum im südlichen Bayer. Wald

1972 Aufstellung des Wohngebietes Raßreuth-Steinäcker; Erweiterung 1980 und 2001

1972 Bau der Sonderschule (heute Atzesberger-Schule)

1973 Einweihung des neuen Sportstadions im Schul- und Sportzentrum

1975 Aufstellung des Bebauungsplanes Wotzdorf-Hofäcker

1976 Verkauf der alten Turnhalle an den Caritas-Verband und Bau von 4 Tennisplätzen durch den TV

1977 Verlegung der Polizeiinspektion von Wegscheid nach Hauzenberg (endgültig 1981)

28.04.1978 Stadterhebung

1979 Aufstellung des Wohngebietes Jahrdorf-Breitäcker; 1985 Erweiterung

1980 Aufstellung des Baugebietes Mitterfeld-Eckhof

1980/81 Entstehung des Wohngebietes Am Duschlberg

1982 Wohngebiet in Oberdiendorf-Hofäcker entsteht

1983 Ausweisung des Industriegebietes Jahrdorf

1983 Ausweisung des Wohngebietes Bayerwaldstraße

1983-85 Aufstellung des Sondergebietes Ferienanlage Brandl, Raßreuth

1985 Bau der Dreifachturnhalle durch den Landkreis und Bau einer Tennishalle durch den TV

1985 Ausweisung von weiteren Wohngebieten in Haag

1987 Betriebseinstellung der Holzwerke Kusser

1989 Bau des Caritas-Kindergartens St. Josef und des Caritas-Altenheimes in Hauzenberg

1989 Erweiterung im Industriegebiet Jahrdorf; Ausweisung von Gewerbeflächen in Knödlsed

1991 Steinhauerstreik dauert 10 Monate und ist damit der längste Streik der BRD

1992 Ausweisung der Wohngebiete Oberkümmering und Germannsdorf-Nord

1993 Ausweisung des Gewerbegebietes Hofacker; Errichtung des Wertstoffhofes

1993/94 Aufstellung des Gewerbegebietes Oberkümmering

1994 Bau des Betonwerkes Zankl im Industriegebiet Jahrdorf

1994 Einweihung des Bürgerparks

1995 Notariat wird von Wegscheid nach Hauzenberg verlegt

1995 Ausweisung des Wohngebietes Oberdiendorf-Süd, Oberkümmering-Süd und des Sondergebietes Fürsetzing (Aldi)

1996 Ausweisung des Wohngebietes in Germannsdorf-West

1997 Erweiterung der Ferienanlage Rosenberger, Penzenstadl

1997/98 Erweiterung des Altenheimes

2000/01 Ausweisung eines zusätzl. Wohngebietes in Bauzing

2001/02 Ausweisung von weiteren Wohngebieten in Raßreuth-Steinäcker, Germannsdorf-West, Schachet-Steinwall, Haagwies und Edhäusl

2002 Anerkennung als Luftkurort

2002 Ausweisung des Sondergebietes Sport für den Sportplatz am Furthweiher

2003 Einweihung eines zentralen Omnibusbahnhofes

2004 Beginn der Dorferneuerung in Raßreuth und Haag

2005 Fertigstellung des Granitzentrums

2005 Fertigstellung des Abenteuerspielplatzes

2005 Einweihung des neuen Fussballplatzes in Kropfmühle-Furthweiher

2005/2006 Umbau der Grundschule in Haag

Diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Wichtige Daten werden laufend aktualisiert!

Gewerbe und Industrie

Vom Mittelalter bis in die fernere Neuzeit waren fette Ochsen, Hopfen und Leinwand die Haupthandelsgüter in Hauzenberg, besagt ein Genehmigungsschreiben für einen Jahrmarkt 1691.

Das Mastochsen aus Hauzenberg begehrt waren, beweist das Verzeichnis des Landrichters Freiherr von Khäpfing vom 09.03.1588: "verkaufte Ochsen 263 Paar, dafür erzielter Betrag: 8911 fl. 6 kr 16 Pfg.; ...unverkauft blieben noch 272 Paar Ochsen".

Mit großer Wahrscheinlichkeit kam der Hopfenanbau durch die Einwanderung  des Georg Mack (gen. Meko) aus Böhmen 1573 in Schwung. Aus alten Rechnungen geht hervor, dass bereits 1584 der Marktrichter Hopfen lieferte, und 1608 zählten bereits 43 Bürger  zu den Hopfenlieferanten. Ab 1618 wurde nachweislich schwungvoller Handel betrieben.1771 befanden sich bereits 147 Hopfengärten im Burgfried, und 1777 bereits 167. 1875 waren über 31 Tagwerk mit Hopfen bepflanzt. Um 1880 ging der Hopfenbau schlagartig zu Ende. Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Vermutungen sprechen von Krankheiten, starker Handelskonkurrenz und Preisverfall.

Der Flachsanbau und die Weberei waren in der ganzen Gegend stark verbreitet. Bis 1892 hatte man sogar ein gemeindeeigenes "Haarhaus". Die Zunft der Leinwandweber ist wohl die älteste Zunft, erlassen 1607 durch Bischof Leopold Ernst, Erzherzog von Österreich. 1804 bestehen laut Gemeindekataster 47 Webergerechtsame im Ort. Der Niedergang zeichnete sich damals jedoch schon ab. Geklagt wurde über Handelsbeschränkungen und billige Textilware. 1852: 26 Weber, 1871: 8, 1873: waren nur noch 3 Weber im Ort.

Granitverarbeitung  gab es schon im Mittelalter. Damals wurden jedoch nur Findlinge verarbeitet. Als erster Steinmetz vor Ort gilt Michael Süß - erwähnt 1573. Bekannte Namen sind der Bürger und Steinmetzmeister  Martin Schwabbauer, erwähnt 1721, und Mathias Flenkenthaler 1782. Die Steinhauerzunft erstreckt sich über das ganze Landgericht Wegscheid mit Sitz in Hauzenberg. Als Meister neben der Schwabbauer-Dynastie wird Paul Reinthaler erwähnt.1844 gibt König Ludwig 18 Monolithe für die Befreiungshalle in Weltenburg (Abmessungen: 6,70 m Länge, 1,55 m Durchmesser, Gewicht etwa 800 Zentner) in Auftrag. Der Granit musste aus dem Freudenseer Bruch gebrochen werden. Die Qualität des hiesigen Granits war also bereits weithin bekannt. 1846 - 1858 sind Lieferungen hiesiger Meister zu Brückenbauten in Vilshofen oder Uferbefestigungen an der Donaulände erwähnt. Die Nachfrage stieg um die Jahrhundertwende gewaltig und mit dem Bau der Eisenbahn 1904 wurde der Abtransport gewaltiger Massen möglich. Die Voraussetzungen für eine Granitindustrie waren gegeben. Die Familien Kinateder, Hausteiner, Kerber, Merkenschlager, vor allem aber Kusser prägten den Granitabbau und -handel. 1935 zählten 23 Bruchanlagen zur Firma Georg Kusser, OHG, Hauzenberg - eine Großindustrie. Die gute alte Zeit, in der die "Stoahauer" regierten ist längst vorbei. Mit dem globalen Steinhandel ist der gute Hauzenberger Granit gegen Erzeugnisse aus China, Indien, Portugal oder Tschechien nicht mehr wettbewerbsfähig. Zur Zeit sind noch 5 Granitbetriebe angemeldet.

Die Holzindustrie hielt erst mit der Errichtung des Säge- und Furnierwerkes Kusser 1965 Einzug in Hauzenberg. Doch der Waldreichtum spielte seit der Besiedlung eine Rolle, nicht zuletzt durch die Waldweide und Jagd. Schon im ersten Freiheitsbrief des Marktes sind einige Abschnitte der Nutzung und dem Handel mit Holz gewidmet ("4. Sie dürfen nach alter Gewohnheit Floßholz führen und verkaufen zwischen Ilz und Rottel"). Die Gemeinde Obernzell berichtet 1519 nach Prandstätter: "Jeden Tag fahren 100 Wagen Holz aus den Wäldern um Hauzenberg und Waldkirchen nach Obernzell, aus Wegscheid 3 -4." Diese sog. Zellerläden wurden größtenteils nach Österreich verflößt. Dem Raubbau wurde erstmals durch die bischöfliche Forstordnung von 1776 Einhalt geboten. Eine geordneten Forstwirtschaft darf man aber erst mit Beginn der bayerischen Herrschaft annehmen. Das holzverarbeitende Gewerbe ging schon immer mit der Holznutzung Hand in Hand. Heute bestehen noch 4 Sägewerke und 16 Schreinereien.

An moderner Industrie nach 1948 entstanden nach und nach Knopffabrik, Wäschefabrik, Hammerschmiede, Reißverschlussfabrik, Werkzeugfabriken, Pelz- und Elektrobetriebe, Spezialtürenwerk, Betonwerk und Autozulieferfabrik.

Lebenssituation und Aussichten

Gemeindefläche: 8280 Hektar, 97 Ortsteile, ca. 12500 Einwohner

Versorgung: 3 Banken in 7 Zweigstellen, 9 Kaufhäuser, 6 Metzgereien, 6 Bäckereien, 11 Autowerkstätten, 3 Tankstellen, 5 Fahrschulen, 6 Allgemeinärzte, 5 Zahnärzte, Arzt/Ärztin für Innere Medizin, Hautkrankheiten, Augen, Frauen, Kinder, Neurologie, Orthopädie, 2 Tierärzte, 3 Apotheken, 3 Drogerien,  2 Hebammen, 5 Massagepraxen, 2 Optiker, 2 Taxiunternehmen, 2 Fotogeschäfte, 1 Druckerei, 1 Brauerei, 1 Likörfabrik, qualifizierte Einzelhandelsgeschäfte und einige Einkaufsmärkte. Insgesamt sind 176 Gewerbebetriebe tätig.

Behörden und Dienstleistungen: 4 Grundschulen, Hauptschule, Förderschule, Realschule, Musikschule, VHS, Polizeiinspektion, 9 Feuerwehren, Altenheim (112 Plätze), Sozialstation, 1 Behindertenwohnheim, 5 Kindergärten, AWO-Kinderhort, Zentrale Bücherei, Postamt, AOK, BRK, Notariat, Patentamt, Forstdienststelle, Arbeitsamt, Straßenmeisterei, TÜV-Prüfstelle, Kfz.-Zulassungsstelle, 4 Rechtsanwaltskanzleien, 4 Planungsbüros, 3 Steuerbüros, sowie Bergwacht und Wasserwacht.

Weitere Infrastruktur: 45 km Staats- und Kreisstraßen, sowie 185 km Gemeindestraßen sind vorzüglich ausgebaut. Industrie-, Gewerbe- und Baugebiete sind in ausreichendem Maße vorhanden; z. Zt. stehen ca. 3000 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Das der Fremdenverkehr mit etwa 100000 Übernachtungen im Jahr 2002 eine Rolle spielt, bezeugen auch 60 Gasthäuser und Pensionen. Das Besucherbergwerk Kropfmühl, das Tiermuseum Hauzenberg, das Schnapsmuseum Penninger in Jahrdorf, und das Granitzentrum sind lohnende Ziele. Der Freudensee (Größe: ca. 8 Hektar) als naturnaher Badesee ist ein Geheimtipp. Sportplätze, Tennisplätze, 2 Reitplätze, Asphalt- und Eisstockplätze, Kegelbahnen, Schießanlagen, Turnhallen und Kinderspielplätze in jedem größeren Ortsteil. Zahlreiche Wander- und 3 Radwege meist durch Waldungen für alle Ansprüche sind vorhanden. Hallenbad, Rodelbahn, Langlaufloipen, 4 Skilifte und Eislaufmöglichkeit runden im Winter das Programm ab. Im Luftkurort mit einem großzügigen Kurpark sind die Voraussetzungen zum Wohlfühlen vor Ort bestens gegeben.

Das Vereinswesen ist stark ausgeprägt. Derzeit sind etwa 120 Vereine am kulturellen und sportlichen Leben beteiligt.

Die Landwirtschaft zählt immerhin noch 331 Betriebe und prägt durch ihre Pflege unsere abwechslungsreiche Landschaft entscheidend mit. Der Waldanteil in der Gemeinde beträgt 46 %. Es handelt sich dabei überwiegend um kleinparzellierte, naturnahe Mischwälder im Privatbesitz.

Ziel für Hauzenberg ist es, als Mittelzentrum, dessen Funktionen es bereits größtenteils ausfüllt, anerkannt zu werden.

Historische Ansichten

Nordansicht 1490

Ostansicht 1746

Südwestansicht 1861

Nordansicht 1876

Südostansicht um 1900

Südansicht 1905

Südwestansicht 1909

Von Südosten um1920

Luftbild zwischen 1930 und 1935

Südostansicht 1949

von Südwesten 1985

Luftbild 2000

 

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